Tagungsablauf 26.05.2027
| 08.30 Uhr |
Get Together |
| 09.00 Uhr |
Begrüßung und Einführung – Prof. Dr. H. Frieling und K. Hückstädt |
| 09.15 Uhr |
Depression und Suizidalität: Verstehen, erkennen, vorbeugen – Prof. U. Lewitzka |
| 10.15 Uhr |
Psychotherapeutischer Umgang mit suizidalem Erleben und Verhalten –
Einblick in die Kurztherapie ASSIP – PD Dr. A. Gysin-Maillart |
| 11.15 Uhr |
Kaffeepause |
| 11.30 Uhr |
Persistierende Suizidgedanken – Apl.-Prof. Dr. T. Teismann |
| 12.30 Uhr |
Mittagspause |
| 13.30 Uhr |
Workshops (inkl. Pause) |
| 15.45 – 16.15 Uhr |
Zusammenfassung und Diskussion – K. Hückstädt |
Referentinnen und Referenten
Frieling, Prof. Dr. Helge
Ärztlicher Direktor, AWO Psychiatriezentrum Königslutter
Gysin-Maillart, PD Dr. Anja
Leitende Psychologin am Universitären Psychiatrischen Zentrum Bern, Universität Bern
Hückstädt, Kristof
Leitender Psychotherapeut, AWO Psychiatriezentrum Königslutter
Lewitzka, Prof. Dr. Ute
Professur für Suizidologie und Suizidprävention, Goethe-Universität Frankfurt
Teismann, Apl.-Prof. Dr. Tobias
Geschäftsführender Leiter der Psychotherapieambulanz für Erwachsene am Forschungs und Behandlungszentrum für Psychische Gesundheit, Ruhr-Universität Bochum
Workshops
1. Depression und Suizidalität: Ansprechen, begleiten, handeln
Prof. U. Lewitzka
Der Umgang mit suizidalen Äußerungen und Krisen ist für viele Fachkräfte mit Unsicherheit verbunden. Wie kann Suizidalität offen und respektvoll angesprochen werden? Was ist im Kontakt mit einem depressiven Menschen hilfreich? Und wie lässt sich die eigene Rolle angemessen einschätzen?
Der Workshop beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Depression und Suizidalität und richtet den Blick auf konkrete Situationen aus dem beruflichen Alltag. Im Mittelpunkt stehen eine hilfreiche Gesprächsführung, die Wahrnehmung möglicher Warnsignale und ein angemessener Umgang mit suizidalen Krisen.
Gemeinsam werden unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten betrachtet und Fragen aus der Praxis aufgegriffen. Dabei geht es auch um die Balance zwischen Zugewandtheit und Klarheit, zwischen Verantwortung und den Grenzen der eigenen Rolle.
Der Workshop bietet Raum für fachliche Impulse, Austausch und Reflexion. Eigene Erfahrungen und Fragestellungen der Teilnehmenden können einbezogen werden.
Ziel ist es, mehr Sicherheit im Ansprechen und Begleiten suizidaler Menschen zu gewinnen und die eigene professionelle Haltung im Umgang mit Depression und Suizidalität zu stärken.
2. ASSIP – Kurztherapie nach einem Suizidversuch
PD Dr. A. Gysin-Maillart
ASSIP (Attempted Suicide Short Intervention Program) ist eine spezifisch für Menschen nach einem Suizidversuch entwickelte Kurztherapie. Im Zentrum steht das gemeinsame Verständnis der individuellen Geschichte und der Prozesse, die zur suizidalen Krise geführt haben. Im Workshop werden der therapeutische Ansatz und die zentralen Elemente von ASSIP praxisnah vorgestellt. Dazu gehören das narrative Interview, das Video-Playback und die gemeinsame Fallkonzeption sowie die Erarbeitung individueller Warnzeichen und längerfristiger therapeutischer Kontakt. Anhand von Fallbeispielen und praktischen Übungen erhalten die Teilnehmenden Einblick in die therapeutische Haltung und Vorgehensweise von ASSIP und können ausgewählte Elemente selbst erproben. Der Workshop bietet zudem Raum für Fragen, Diskussion und den Transfer in die eigene klinische Praxis.
3. Psychotherapie suizidaler Patient*innen
Apl.-Prof. Dr. T. Teismann
Die Behandlung von Menschen in suizidalen Krisen zählt zu den größten Herausforderungen in der therapeutischen Praxis. Behandelnde erleben dabei häufig eine hohe emotionale Beteiligung und sehen sich mit Verunsicherung, Ängsten und Gefühlen der Hilflosigkeit konfrontiert. Fundiertes Wissen über evidenzbasierte Methoden im Umgang mit Suizidalität ermöglicht einen sicheren und kompetenten Umgang mit diesen anspruchsvollen Situationen und kann dazu beitragen, suizidale Krisen erfolgreich zu bewältigen.
Der Workshop vermittelt auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und theoretischer Modelle Strategien zur Exploration suizidalen Erlebens und Verhaltens. Diese werden praxisnah vorgestellt und eingeübt. Darüber hinaus werden konkrete Handlungsstrategien, Argumentationsmuster und Formulierungshilfen vermittelt, die die therapeutische Begleitung bei der Überwindung suizidaler Krisen unterstützen.
Der Workshop orientiert sich an einem prozessstrukturierenden Phasenmodell zum Umgang mit suizidalen Krisen. Zunächst werden zentrale Aspekte der Beziehungsgestaltung mit suizidalen Patientinnen und Patienten behandelt. Darauf aufbauend werden Strategien zur motivationalen Bearbeitung ambivalenter Intentionen sowie zur aktiven Einbindung der Patienten in den Behandlungsprozess vorgestellt und erprobt. Anschließend stehen Methoden zur Förderung der Selbstkontrolle im Mittelpunkt, darunter die Erstellung von Notfallplänen sowie Maßnahmen zur Einschränkung des Zugangs zu letalen Mitteln. Abschließend wird die Brief Cognitive Behavioral Therapy (Brief-CBT) zur Suizidprävention (Bryan & Rudd, 2025) vorgestellt – ein empirisch gut abgesichertes Kurzzeittherapieverfahren für die Behandlung suizidaler Patienten.
Veranstaltungsort
Online und im Festsaal des AWO Psychiatriezentrum
Vor dem Kaiserdom 10, 38154 Königslutter
Gebühren & Anmeldung
Präsenz (nur die Vorträge vormittags): 135,00 € – Zur Anmeldung
Online (nur die Vorträge vormittags): 125,00 € – Zur Anmeldung
Ganztags Präsenz inkl. Workshops: 250,00 €
- Vorträge + Workshop 1 – Depression und Suizidalität: Ansprechen, begleiten, handeln – Zur Anmeldung
- Vorträge + Workshop 2 – ASSIP – Kurztherapie nach einem Suizidversuch – Zur Anmeldung
- Vorträge + Workshop 3 – Psychotherapie suizidaler Patient*innen – Zur Anmeldung
Die Teilnahme an den Workshops am Nachmittag ist ausschließlich bei einer Präsenzteilnahme möglich. Da die Platzanzahl in den Workshops begrenzt ist, empfehlen wir eine frühzeitige Anmeldung, um sich einen Platz in dem Workshop Ihrer Wahl zu sichern.
Fristen
Anmeldung möglich bis: 12.05.2027
Abmeldung möglich bis: 05.05.2027
Gebühren
Präsenz inkl. Workshops: 250,00 €
Präsenz (nur die Vorträge): 135,00 €
Online (nur die Vorträge): 125,00 €
Schüler, Studierende und Auszubildende sowie Personen mit Schwerbehinderung erhalten 50 % Rabatt* (bitte senden Sie uns den entsprechenden Nachweis per E-Mail zu).
*Der Studentenrabatt gilt für Studierende, sofern keine Kostenübernahme durch den Arbeitgeber erfolgt. Studierende müssen bei der Anmeldung eine gültige Immatrikulationsbescheinigung vorlegen, um den Rabatt zu erhalten. Eine nachträgliche Gewährung des Rabatts ist nicht möglich.
Verpflegung
Während der Tagungen gibt es verschiedene Getränke, Snacks und ein Buffet-Mittagessen.
Zertifiziert
Die Tagung ist bei der Ärztekammer Niedersachsen zertifiziert.