An wen richtet sich die Weiterbildung Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung?
Die Weiterbildung Traumapädagogik richtet sich an Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Ausbildung in sozialen, pflegerischen oder pädagogischen Berufen, zum Beispiel:
- Erzieherinnen und Erzieher
- Pflegefachkräfte
- Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten
- Logopädinnen und Logopäden
- Pädagoginnen und Pädagogen
- Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter
- Beratungslehrkräfte
- Ärztinnen und Ärzte ohne psychotherapeutische Approbation
Auch Teilnehmende aus anderen sozialen oder erzieherischen Berufsfeldern können sich für die Traumapädagogik-Weiterbildung anmelden.
Formale Voraussetzung:
Einreichung Ihres Qualifikationsnachweises (grundständige Ausbildung)
- Abgeschlossene Berufsausbildung (Fachschule) in einem sozialadministrativen, erzieherischen oder pflegerischen Beruf (z. B. Erzieher*innen und Erzieher, Pflegefachkraft, Hebamme, Ergo-, Physio- oder Logopäd*innen) oder vergleichbarer Abschluss
- Alternativ Hochschul- oder Fachhochschulabschluss in Psychologie, Pädagogik oder verwandten Fachrichtungen (z. B. Psycholog*innen, Ärzt*innen, Pädagog*innen, Sozialarbeiter*innen, Sozialpädagog*innen, Heilpädagog*innen, Sonderpädagog*innen, Lehrer*innen, Theolog*innen, Soziolog*innen; BA/MA)
- Ebenfalls anerkannt: Kunst- und Musiktherapeut*innen mit mindestens dreijährigem staatlich akkreditiertem Vollzeitstudium
- Mindestens 3 Jahre Berufserfahrung in einem relevanten Praxisfeld, einschließlich Anerkennungsjahren und Praktika
- Abschlusszeugnis der grundständigen Ausbildung bzw. des Studiums digital im ZEP einreichen; das Geburtsdatum muss erkennbar sein.
Inhalte und Ziele der Weiterbildung
Das Curriculum vermittelt Grundlagen, Methoden und praxisorientierte Kompetenzen zur Begleitung traumatisierter Kinder, Jugendlicher und Erwachsener. Ziel ist es, Fachkräfte zu befähigen, traumapädagogische Konzepte in verschiedenen Arbeitsfeldern sicher anzuwenden.
Themenschwerpunkte
- Grundlagen zu Trauma und Traumafolgen
- traumaspezifische Diagnostik, Gesprächsführung
- Stabilisierung auf unterschiedlichen Ebenen
- Ressourcenaktivierung
- Krisenintervention
- Überblick über Behandlungsmethoden
- Unterstützung von Verarbeitungsprozessen
- institutionelle Bedingungen
- Zusammenarbeit mit relevanten Diensten
- Psychohygiene
Informationen und Organisatorisches
Das Curriculum besteht aus einem Grundcurriculum und zwei Aufbaumodulen und umfasst insgesamt 184 Unterrichtseinheiten, das zum Doppelabschluss „Traumapädagogik/Traumazentrierte Fachberatung“ führt.
Um am Ende des Curriculums den zertifizierte Abschluss zu erhalten, müssen alle Module absolviert worden sein. Versäumte Module müssen extern oder ggf. in einem neuen Durchgang des Curriculums nachgeholt werden.
1. Teilnahme an den Modulen
- Für den erfolgreichen Abschluss des Curriculums ist es notwendig, dass alle Module besucht worden sind. Bitte achten Sie auch darauf Ihre Teilnahme auf den jeweiligen Teilnahmelisten zu bestätigen. Nach der Teilnahme erhalten Sie eine Teilnahmebestätigung im Portal hinterlegt.
- Bitte bewahren Sie Ihre Teilnahmebestätigungen gut auf, damit wir ggf. schneller nachvollziehen können, welche Inhalte Ihnen noch fehlen.
- Falls Sie an einem Modul nicht teilnehmen können, bitten wir Sie sich eigenständig und im Voraus bei der Psychiatrie Akademie abzumelden.
- Es besteht die Möglichkeit verpasste Seminare kostenpflichtig nachzuholen.
2. Teilnahme an insgesamt mind. 24 Std. Supervision (im Grundcurriculum enthalten): Hinweise zur Supervision: Diese findet online statt.
- Zeitplanung pro SV- Tag: An den drei Supervisionsterminen werden jeweils mindestens (je nach Teilnehmer:innenzahl) 10-15 Falloder Projektvorstellungen bearbeitet. Die Supervisionssitzungen werden von zwei Supervisor:innen durchgeführt. Bei der Vorbereitung sollten sich die Teilnehmer:innen an den vorgegebenen Fragestellungen zu den schriftlichen Fall- oder Projektberichten orientieren. Es ist aber nicht notwendig, dass der Fall oder das Projekt bei der Fall- bzw. Projektvorstellung in der Supervision schon schriftlich ausgearbeitet ist. Die Einteilung zu den Supervisionsstunden erfolgt im Verlauf des Curriculums und ist als grobe Orientierung und nicht komplett verbindlich zu verstehen.
3. Mündliche und schriftliche Vorstellung Ihrer Fälle und Projekte im Rahmen der Supervision.
- Doppelabschluss: Eine Projektvorstellung und zwei anonymisierte Fallvorstellungen (beides jeweils mündlich und schriftlich) belegt durch Originaldokumente*. Das Projekt für den zweiten Schwerpunkt kann entfallen. Die zweite soll dem Setting des zusätzlichen Weiterbildungsschwerpunktes entsprechen.
*Originaldokumente = Fotos/Aufzeichnungen/Notizen aus dem Beratungs-/ Betreuungsverlauf (z.B. gezeichnete Bilder, Fotos von genutzten Materialien, Raumgestaltungen). Keine personenbezogenen Daten.
An die Fallvorstellung sind keine Vorgaben bezüglich der Dauer des Kontaktes gebunden, d.h. auch ein einmaliger Klient*innenkontakt kann vorgestellt werden! Wichtig ist, dass in der Supervision an einer konkreten Fragestellung gearbeitet werden kann, die möglichst zu Beginn der Fallbearbeitung genannt werden sollte. Es ist auch möglich eine übergreifende Fragestellung zu dem Fall oder zu dem Projekt zu formulieren, die darauf ausgerichtet ist, den Beratungs- oder Betreuungsprozess hinsichtlich einer traumabezogenen Arbeit zu verbessern. Wichtig ist der Fokus auf das Thema Trauma. Ziel ist die Verbesserung der Beratungs- oder Betreuungsarbeit mit traumatisierten Menschen!
Grundsätzlich können keine Fälle, die aus der Zeit vor dem Curriculum stammen, in die Supervision eingebracht werden, da es darum geht das während des Curriculums erworbene Wissen in die Praxis umzusetzen. Es müssen demnach aktuelle Fälle genutzt werden, wodurch dann die Einbeziehung von Anschauungsmaterial ermöglicht wird.
Termine
Die Module 1-3 werden im Jahr 2026 umgesetzt, die Module 4-12 im Jahr 2027. Die Termine finden Sie nachfolgend oder in der Terminübersicht.
Zertifikat
Damit Sie nach der Teilnahme am Curriculum ein entsprechendes Zertifikat für den zertifizierte Doppelabschluss „Traumapädagogik/Traumazentrierte Fachberatung“ (DeGPT/FVT) erhalten können, müssen die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein.
1. Teilnahme an allen Modulen für den Doppelabschluss: Grundcurriculum + beide Aufbaumodule (12)
2. Teilnahme an insgesamt mind. 24 Std. Supervision (im Grundcurriculum enthalten)
3. Mündliche und schriftliche Vorstellung Ihrer Fälle und Projekte im Rahmen der Supervision. Ein Projekt und zwei Fälle (einer aus jedem der beiden Bereiche)
4. Formale Voraussetzung: Einreichung Ihres Qualifikationsnachweises (grundständige Ausbildung) im ZEP
Das Curriculum ist bei der Ärztekammer Niedersachsen zertifiziert. Nach jedem Seminar erhalten Teilnehmende ein ärztekammerliches Zertifikat und zusätzlich ein Zertifikat der Psychiatrie Akademie über das Anmeldeportal.
Bitte schreiben Sie uns zuerst eine Interessenbekundung an info@psychiatrie-akademie.de.